Tom Rachman – Aufstieg und Fall großer Mächte

Rachman_Aufstieg und Fall großer MächteDieses Buch landete bereits vor ca. zwei Jahren auf meiner Wunschliste „Sachbücher“. Zu der Zeit schwärmten viele Leser und Blogger davon und der missverständliche Titel verleitete mich zu dieser Einordnung. Erst als ich mir das Buch nach Herausgabe der Taschenbuchversion bestellte, schaute ich es mir etwas genauer an. Klar hätte mir der Klappentext direkt meinen Irrtum verraten, aber zu Klappentexten habe ich ein gespaltenes Verhältnis. Einerseits lese ich den Klappentext gerne, um ein Urteil für oder gegen den Kauf treffen zu können, andererseits hatte ich die schönsten Lesestunden mit Büchern, deren Inhalt ich mir vorher nicht so genau angeschaut habe. Zum Beispiel mit Harry Mulischs „Das Attentat“, Ian McEwans „Abbitte“ und jetzt auch Tom Rachmans „Aufstieg und Fall großer Mächte“. Oftmals verrät der kurze Text auf der Rückseite unnötig Details, noch häufiger allerdings ist der Inhalt einfach völlig falsch wiedergegeben oder er fokussiert auf eine Nebensächlichkeit. Ich überfliege diese daher nur, suche nach Schlagwörtern, will dabei nicht zu viel erfahren von der Welt dazwischen. „Tom Rachman – Aufstieg und Fall großer Mächte“ weiterlesen

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Marie-Sabine Roger – Das Labyrinth der Wörter

das_labyrinth_der_woerter-9783423219006Germain ist Mitte 40, ein Hüne und nicht sehr intelligent. Er lebt in einem Wohnwagen im Garten seiner Mutter, kümmert sich um sein Gemüsebeet und verbringt seine ausreichende Freizeit gerne in Francines Kneipe, im Park oder mit Annette, die er vielleicht liebt. Wissen kann er das nicht, denn sowas wie Liebe hat er noch nie erfahren.

Eines Tages lernt er im Park die rüstige alte Dame Margueritte kennen, die dort, ebenso wie er selbst, die Tauben füttert, beobachtet und zählt. Viel mehr haben sie jedoch nicht gemeinsam. Dennoch freunden sie sich langsam aber sicher an und Margueritte führt Germain durch Vorlesen in die unermessliche Welt der Literatur ein. Sie liest ihm im Park vor, schenkt ihm ein Wörterbuch, bringt ihm das Alphabet und damit auch das Lesen richtig bei. „Marie-Sabine Roger – Das Labyrinth der Wörter“ weiterlesen

Gaito Gasdanow – Das Phantom des Alexander Wolf

„Von allen Erinnerungen, von all den unzähligen Empfindungen meines Lebens war die bedrückendste die Erinnerung an den einzigen Mord, den ich begangen habe.

das_phantom_des_alexander_wolfDiesen beging der Erzähler, ein ehemaliger Weißgardist im russischen Bürgerkrieg. Nie hat ihn diese Erinnerung an das Zusammentreffen mit dem Feind mit dem tragischen Ende losgelassen. Jetzt, Jahre später im Pariser Exil, liest er in einem Erzählband genau diese Episode seines Lebens im Detail. Wie kann das sein? Es gab damals keine Zeugen des Vorfalls. Die Geschichte kann nur vom vermeintlich Ermordeten stammen.

Mit allen Mitteln versucht er den Autor der Geschichte zu kontaktieren. Doch er stößt nur auf irritierendes Schweigen. Ein Treffen bleibt ihm versagt. Stattdessen trifft er bei einem Boxkampf, über welchen er als Journalist berichtet, auf die Russin Jelena und verliebt sich in sie. „Gaito Gasdanow – Das Phantom des Alexander Wolf“ weiterlesen