Historische Wissenslücken

Vor einigen Tagen habe ich das Buch „Tiefe Wunden“ von Nele Neuhaus gelesen. Dieses spielt zu einem Teil in Ostpreußen und thematisiert auch die Vertreibung zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Nach der Lektüre habe ich mir das ganze mal auf der Karte angeschaut und war ganz überrascht, wie weit östlich diese Provinz lag. Ich hatte irgendwie abgespeichert, dass Preußen bei Danzig endete.

Den nächsten Anstoß gab eine Unterhaltung am Telefon. Mein Gesprächspartner beschwerte sich, dass sein Personalausweis nicht anerkannt wird. Nach einigem Nachbohren teilte er mit, dass sein Wohnland nicht Deutschland, sondern Preußen und sein Ausweisdokument auf das Deutsche Reich ausgestellt sei. Er behauptete ein gültiges Ausweispapier von der Königlich Preußischen Exilregierung zu besitzen. Erneute Recherche im Internet ergab, dass eine kleine Gruppe ewig Gestriger für die Wiederherstellung des Landes Preußen in den Grenzen von 1914 kämpft. Dort las ich ebenfalls, dass Preußen am 25.02.1947 aufgelöst wurde. 1947? In meinem Kopf habe ich 1918, das Ende des 1. Weltkriegs, abgespeichert.

Ich habe mich bisher in meinem Leben literarisch sehr intensiv mit dem 2. Weltkrieg beschäftigt, doch die Themen „Flucht und Vertreibung“ haben mich dabei wenig interessiert. Ein Blick in mein Bücherregal blieb an dem Werk „Preußen“ von Christopher Clark hängen. Auf dem Cover stand „1600  – 1947“. Und erneut widersprach dies meinem gespeicherten Schulwissen, dass Preußen erst durch die Osterweiterung Hitlers entstand.

So langsam dämmerte es mir, dass ich keine Ahnung von Preußen haben und, wo wir schonmal dabei sind, auch keine Ahnung von der Zeit vor 1933. Gut, dass sich in den letzten Jahren ja Jahrestage häufen und ich dazu eine leidenschaftliche Buch- und Zeitschriftensammlerin bin. Alles, was ich für das Schließen meiner enormen Wissenslücke benötige, befindet sich schon seit geraumer Zeit in meinem Bücherregal, genau genommen sogar auf meinem SuB.

Im vergangenen großen Erinnerungsjahr an den Beginn des Ersten Weltkriegs habe ich mir nach der jeweiligen Lesung die Bücher „Die Schlafwandler“ von Christopher Clark und „Der Große Krieg“ von Herfried Münkler angeschafft. Beide Bücher umfassen je ca. 1.000 Seiten, weshalb sie noch ungelesen sind. Beim Durchforsten meiner vollständigen Sammlung der Zeitschrift „GEO Epoche“ stieß ich auf einen weiteren Jubilar: Otto von Bismarck, geboren 1815. Und wo wir schon beim Jahr 1815 sind, auch das ist erinnerungswürdig durch die Schlacht bei Waterloo. Doch das muss jetzt noch warten. Ich beginne mit der Zeitschrift über Bismarck und arbeite mich dann durch die 2.000 Seiten Krieg. Sollte das Jahr anschließend noch nicht um sein, stehen da ja noch ca. 1.000 Seiten „Preußen“ im Regal.

Da ich die Sachbücher nur mit vollster Konzentration und damit nur am Wochenende lesen werde, wird die Beendigung einige Zeit in Anspruch nehmen. Deshalb erfolgt nun jeden Montag ein Statusupdate zum Lese- und Erkenntnisfortschritt. Bis mir dann die nächste Wissenslücke schmerzlich bewusst wird.

Ausblick auf das Lesejahr 2015

Dieses neue Jahr soll ganz im Zeichen des Stapelabbaus stehen. Denn ich habe ja nicht nur den obligatorischen SuB, sondern noch ein paar andere:

SuB   –  Stapel ungelesener Bücher (aktuell 56)
SguB – Stapel geliehener ungelesener Bücher (aktuell 6)
SauB – Stapel ausrangierter ungelesener Bücher (aktuell 12)
SuR   – Stapel unvollendeter Reihen (aktuell 23)
SuSb – Stapel ungelesener Sachbücher (aktuell 57)

Wenn ich noch etwas länger darüber nachdenken würde, fielen mir bestimmt noch mehr Stapel ein.

Ziel in diesem Jahr ist es daher, diese Stapel zu verkleinern. Dass ich sie niemals ganz schaffen werde in einem Jahr, ist mir ja schon klar, aber wenigstens schrumpfen sollen sie.

Am 30.06.2015 werde ich ein Zwischenfazit ziehen. Bin selbst ganz gespannt.

Jahresendspurt

Pünktlich zur Uhrenumstellung läute ich den Jahresendspurt für meine Leseliste ein.

Zum Geburtstag habe ich in diesem Jahr die Sonderausgabe aller Bände der „Die Tribute von Panem“-Trilogie erhalten. Da ich jedoch erst damit anfangen wollte, wenn ich die 10 Bände „Das Lied von Eis und Feuer“ durch habe, hat sich die Lektüre etwas verzögert.
Aber derzeit lese ich den vorerst letzten Band der Reihe „Ein Tanz mit Drachen“ und Panem rückt näher.

Meine neue Herausforderung ist es, die Trilogie bis zum Ende des Jahres zu beenden. Es liegen also ca. 1200 Seiten vor mir in den nächsten zwei Monaten. Das sollte doch zu schaffen sein. Silvester kommt dann das Jahresresümee.

 

LovelyBooks Lesesommer 2014

LB Lesesomme

Vor einigen Tagen habe ich mich dazu entschlossen, an der aktuellen LovelyBooks Challenge „Lesesommer“ teilzunehmen. Dabei entscheidet man sich bis zum 31.07.2014 für eine Reihe Bücher, die man bis zum 14.09.2014 gelesen haben möchte. Man postet seinen Fortschritt, seine Rezensionen, Kurzmeinungen usw. und erfüllt pro Woche jeweils eine neue Aufgabe. Damit kann man so ganz nebenbei Punkte sammeln und am Ende ein Buchpaket gewinnen.

Um das Buchpaket geht es mir dabei allerdings gar nicht. Denn, so viel kann ich verraten, an Büchern mangelt es mir aktuell nicht. Dann schon eher an Zeit und Raum.

Ich sehe diese Challenge als eine gute Gelegenheit, mich mal wieder durch meinen SuB zu wurschteln.Und dafür stehen folgende Bücher auf der Liste:

  • George R. R. Martin – Zeit der Krähen
  • George R. R. Martin – Die dunkle Königin
  • George R. R. Martin – Der Sohn des Greifen
  • Jörg Maurer – Föhnlage
  • Chad Harbach – Die Kunst des Feldspiels
  • Walter Moers – Die Stadt der träumenden Bücher
  • Elizabeth Strout – Mit Blick aufs Meer

Die Abrechnung folgt am 14.09.2014!