Rein statistisch gesehen war 2017 ein erfolgreiches Lesejahr. Mein gesetztes Ziel von 52 Büchern, ein Buch pro Woche, ist mit geschafften 53 erreicht. Schaut man allerdings ganz genau hin, ist dieser Erfolg erschummelt. Denn von diesen genannten 53 Büchern gehören 16 in die Kategorie „Hörbuch“. Das ist jetzt kein Manko. Ich habe unter anderem das fantastische Hörbuch von David Hewson „Macbeth“ gehört. Doch von diesen 16 Audiobooks gehörten 13 auch in meine ganz eigene Kategorie der „Putzhörbücher“. Das sind kurze Hörbücher, die maximal über dreieinhalb Stunden laufen und die weder vom Inhalt noch von der Produktion her qualitativ hochwertig sind. Sie passen genau in ein oder zwei Putz- oder Kochsessions, es ist nicht schlimm, wenn man mal 10 Minuten nicht so ganz genau hinhört und im Gedächtnis bleiben sie auch nicht. Also eigentlich sind es nur Hintergrundgeräusche. Ich hätte auch den Fernseher anstellen können…

Ich habe 2017 viel Zeit mit dem Hören der Cherringham-Serie verbracht, auf die ich durch ein 3-monatiges Kindle unlimited Probeabo aufmerksam geworden bin. Viele der dort angebotenen Bücher kann man nämlich parallel auch über audible hören. Das ist eine tolle Sache. Ich höre ein bisschen Hörbuch und wenn ich das Buch auf dem Kindle weiterlesen möchte, springt es zu der zuletzt gehörten Stelle und umgekehrt. Genial! So stelle ich mir die Zukunft des Lesens vor. Dafür wäre ich auch bereit, etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Die perfekte Kombination: man bekommt beim Kauf eines gebundenen Exemplars das ebook oder Audiobook direkt dazu.

Schade ist es aber, dass es bei Kindle unlimited ausschließlich B-Ware gibt. Letztendlich ist das Leben zu kurz für mittelmäßige Bücher. Am Ende des Jahres habe ich mich über die kostbare Zeit geärgert, die ich mit schlechten Büchern verplempert habe. Und warum das Ganze? Nur weil ich mir zu Beginn des Jahres dieses Ziel gesetzt hatte, das mich dann unter Druck setzte. Ich hätte es von Beginn an besser wissen müssen, denn ich bin kein Leser, der auf Masse geht. Ich bin der Genussleser. Wie oft fühlte ich mich 2017 zum Lesen gezwungen, Seiten zu machen für dieses verdammte Ziel. Dabei lese ich doch ausschließlich zur Entspannung. Erzwungene Entspannung funktioniert nicht. Die Lust an meinem Blog hat es mir gleich mit vermiest.

Aus Fehlern soll man aber lernen. 2017 wurden ganz viele neue (bestimmt tolle) Bücher in mein Regal und damit auf meinen SuB gespült. Die warten ganz geduldig darauf endlich gelesen, geliebt und besprochen zu werden. Das Ziel für 2018 ist daher: Lesen mit Genuss, mit allen Sinnen. Lesen, ohne einem Ziel hinterher zu hecheln. Lesen, was gefällt und nicht nur Masse liefert. Ich bin mir sicher, dass die Lust am Bloggen dann von selbst wiederkommt.

Statt eines Ziels habe ich mir ein Thema für 2018 gewählt: Kinder- und Jugendbuchklassiker. Nach „Wunder“ von Rachel J. Palacio ganz am Ende des Jahres, habe ich große Lust bekommen, weitere Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur zu lesen. Mein Regal gibt da schon einiges her.

An weiteren möglichen Themen, denen ich mich widmen kann, wird es auch nicht mangeln. 2017 war das Luther- sowie Austen-Jahr und die Oktoberrevolution in Russland jährte sich zum 100sten Mal. 2018 jährt sich der Beginn des Dreißigjährigen Kriegs zum 400sten Mal. Und es ist Marx-Jahr. Der Markt wird gerade überschwemmt mit aktueller Literatur dazu. Der Stoff wird mir so schnell nicht ausgehen und die Interessengebiete ebenfalls nicht.

Ich freue mich auf ein ungezwungenes Lesejahr 2018! Womit soll ich es bloß würdig beginnen?

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