Davis_Tod eines SenatorsEigentlich wollte ich ja schon lange mit einem der großen Romane aus meiner Bibliothek anfangen. Das ist so eine Unsitte von mir. Meine Regale platzen aus allen Nähten, sind aber nahezu ein großer SuB. Ich trage meine Schätze zusammen, stelle sie ins Regal und freue mich ehrfurchtsvoll darauf, sie zu lesen. Doch jedes Mal, wenn wieder die Wahl eines neuen Lesestoffs ansteht, nehme ich mir eine der leicht verdaulichen Krimireihen. Die ganz großen Romane möchte ich genießen. Ich will Stunden, Tage mit und in ihnen verbringen. Da fällt es schwer, diese aus dem Regal zu ziehen, wenn ich genau weiß, dass die nächsten Tage nur wenig Lesezeit zur Verfügung steht. Hinzu kommt die irrationale Angst, dass mir der Lesestoff ausgeht, wenn ich erstmal mit dem Lesen meiner eigenen Bibliothek beginne. Bei 290 ungelesenen Büchern ist das Szenario für die nächsten Jahre nahezu ausgeschlossen. Man kann ja aber nie wissen. Also ging der Griff auch dieses Mal wieder knapp daneben zu einer Krimireihe aus der römischen Antike um 75 n. Chr.

Worum geht es?
Ein bekannter Senator begeht nach seiner Verurteilung in einem Korruptionsprozess Selbstmord. Der Chefankläger sieht sich dadurch um sein Honorar gebracht, welches bei einem selbst gewählten Tod des Verurteilten nicht gezahlt werden muss. So engagiert er kurzerhand Marcus Didius Falco, den Privatschnüffler, der beweisen soll, dass es sich beim Tod des Senators um Mord handelte. Und tatsächlich stößt Falco bei nur etwas genauerer Recherche schnell auf Ungereimtheiten. Ein Selbstmord war dieser Tod sicher nicht. Er gräbt weiter und entdeckt ein wohlgehütetes Geheimnis der Familie aus der Oberschicht. Die Wahrung dieses hochexplosiven Geheimnisses kostete der Familie letztendlich ihr gesamtes Vermögen sowie ihr gesellschaftliches Ansehen. Doch auch für Falco scheint dieser Auftrag ein böses Ende zu nehmen. Denn ein Ritter des Mittelstands legt sich nicht ungestraft mit den Senatoren und Konsuln der Oberschicht an.

Worum geht es wirklich?
Es geht um die Gesellschaftsstruktur im antiken Rom. Wobei man hier auch vorsichtig sein muss. Die geschichtlichen Eckdaten sind nicht sauber recherchiert. Kann man dann der Beschreibung der Gesellschaft trauen? Konnten Frauen wirklich so selbstbewusst und emanzipiert an der Seite ihres Partners agieren, obwohl sie in wilder Ehe zusammenleben? Wie war die Ständegesellschaft aufgebaut und wie durchlässig ihre einzelnen Schichten? Welche Möglichkeiten hatten freigelassene Sklaven? Ich habe leider noch sehr wenig Kenntnisse über das Alte Rom, um mir hier ein fundiertes Urteil erlauben zu können. Aber den Zustand kann man ja schnell ändern.
Dieser Fall von Marcus Didius Falco hat mich gut unterhalten. Die Spannung wurde bis zum Ende aufrecht erhalten. Die Auflösung kam dann allerdings sehr abrupt auf den letzten 10 Seiten. Die nächsten Folgen dieser Reihe werde ich jetzt aber chronologisch lesen. Es gibt einfach zu viele Anspielungen auf vorherige Bände.

 

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