Bukowski_Wir waren keine Helden2016 war dieser Debütroman in aller „Blogger“munde. Das liegt wohl größtenteils auch daran, dass Karla Paul, die im Bereich Social Media sehr aktiv ist, hier das Lektorat innehatte und entsprechend Werbung gemacht hat. Diese Begeisterung hat mich ebenfalls zum Kauf bewogen. Doch es hat sehr lange gedauert, in den Roman zu finden. Dieser besondere atemlose Erzählstil scheint auf einen Höhepunkt hinzuarbeiten. Der ganze Roman liest sich wie eine Einleitung, doch man wartet vergeblich darauf, dass die Geschichte beginnt. Erst im letzten Drittel konnte er mich doch noch packen. Nachdem ich das Warten aufgegeben und mich ganz auf diese Hetze eingelassen hatte.

Dieser Roman ist eine Biografie der heutigen Mittvierziger. Das Coming of Age ihrer Generation wird hier thematisiert. Nicht meine Generation, dafür bin ich noch etwas zu jung. Richtig hineinfühlen konnte ich mich daher nicht. Doch die Botschaft ist angekommen, auch wenn ich nicht nach Nachahmung strebe.

Worum geht es?
Sugar wächst in der Provinz am Arsch der Welt auf. Sie bricht aus und sucht ein selbstbestimmtes, freies Leben. Das Buch beschreibt Sugars Jugend, ihr Erwachsenwerden, ihr Scheitern, ihre Erfolge, ihre Liebe. Jedes der 23 Kapitel ist dabei einem oder mehreren Jahren und einem Lied aus der Zeit gewidmet. So entsteht auch ein Soundtrack einer ganzen Generation. Wir lesen die Geschichte von Sugar und Pete, Sugar und Luke, Sugar und Silver, vom Schnauz und von Cinderella Rockefeller sowie letztendlich von der Windsbraut.

Worum geht es wirklich?
Es geht um die Freiheit. Um die Freiheit zu lieben, zu tanzen, zu vermissen, zu versagen und doch immer wieder aufzustehen und sich mit ganzem Herzen in die nächste Liebe, den nächsten Job oder die nächste Stadt zu stürzen.

Es bedarf viel Mut und Kraft, ein freier Kopf mit einem freien Herz zu sein.

Besonders das Ende des Romans hat mir gefallen. Die Rückkehr an den Arsch der Welt, in dem sich in den letzten Jahrzehnten nichts geändert hat. Die Jungen führen dasselbe Leben wie die Alten, nur die Autos ändern sich, die Lebensentwürfe dagegen nicht. Dasselbe Gefühl überkommt mich, wenn ich die Heimat meiner Eltern besuche, die von Heimatfesten, Schützenfesten, Feuerwehrball und Landjugend geprägt ist. Die Leben sind vorgezeichnet, nur selten findet jemand den Mut, diesen Kreislauf zu durchbrechen.

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