Goldman_Die BrautprinzessinIch möchte von mir behaupten, dass ich märchenfest bin. Als Kind hat meine Mutter meinen Geschwistern und mir Märchen vorgelesen, erzählt, mit Puppen vorgespielt. Bei den Klassikern der Gebrüder Grimm macht man mir so schnell nichts vor. Aber auch Hans Christian Andersen und Wilhelm Hauff sind mir mit ihren Kunstmärchen nicht unbekannt. Als ich selber lesen konnte kamen auch die Geschichten aus 1001 Nacht hinzu. So war es selbstverständlich, dass ich dieses Buch haben musste, nachdem Denis Scheck es vor einiger Zeit in seiner Sendung so nachdrücklich empfohlen hat.

Worum geht es?
Es geht um das, worum es in Märchen einfach immer geht: Liebe und edle Abenteuer. Butterblume, die wunderschöne Tochter eines Gutsbesitzers, verliebt sich unsterblich in den Stallburschen Westley und der wiederum in sie. Westley zieht in die weite Welt hinaus, um für sich und seine angebetete Butterblume eine eigene Existenz in einem fernen Land aufzubauen. Auf der Reise stirbt er bei einem Piratenangriff. Butterblume schwört, nie wieder in ihrem Leben jemanden zu lieben. Doch Prinz Humperdinck, der dicke und unangenehme Thronfolger des Landes, ist überwältigt von Butterblumes Schönheit und hält um ihre Hand an. Eine Ablehnung, macht er klar, bedeutet ihren Tod. Butterblume fügt sich ihrem Schicksal und begleitet den Prinzen auf sein Schloss, wo sie auf ein Leben als Königin vorbereitet wird. Kurz nach Bekanntgabe ihrer Verlobung wird Butterblume von drei finsteren Gesellen entführt und damit beginnt das edle Abenteuer. Denn auch Prinz Humperdinck ist nicht der galante Ehemann als der er sich ausgibt.

Worum geht es wirklich?
Es geht um das leidenschaftliche Lesen. Die Rahmengeschichte handelt von dem Autor des Buchs, dem das Märchen von Butterblume und Westley als Kind während einer langwierigen Krankheit von seinem Vater vorgelesen wurde. Dieses Märchen machte ihn erst zum Leser und später zum Autor. Mit dieser Geschichte verbindet Goldman eine ganz bestimmte Zeit, konkrete Gefühle und die Nähe zu seinem Vater. Und das kann doch jeder Leser nachvollziehen. Wenn man eine Geschichte so leidenschaftlich liebt, möchte man sie auch mit anderen teilen. Völlig verständlich also, dass Goldman seinem Sohn das Buch im gleichen Alter schenkt und auf dieselbe Begeisterung wartet. Da ist die Enttäuschung groß, als er merkt, dass Vater und Sohn nicht dasselbe empfinden. Kurzerhand schreibt er das Märchen um bzw. kürzt die langweiligen Passagen, wie es auch sein Vater beim Vorlesen tat. Der Märchenteil ist daher gespickt von Kommentaren des Autors. Eine tolle Idee super umgesetzt. Hat nicht jeder Leser diese eine Geschichte oder dieses eine Buch, das ihn sein Leben lang begleitet?

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