Im vergangenen Jahr habe ich mich bei den amazon-Prime-Weeks zu einem audible-Probeabo verleiten lassen. Meine drei freien Hörbücher habe ich mir auch brav ausgesucht und heruntergeladen – und nie gehört. Nach den drei Probemonaten hatte ich gerade eine einzige Hörstunde auf der Uhr, da musste das Abo pausieren. Ich habe zwei Probleme mit Hörbüchern:

  1. Als Kind wurde ich darauf konditioniert einzuschlafen, wenn man mir vorliest. Nach 3 Minuten schlafe ich tief und fest und das Buch läuft weiter. Jeden Tag muss ich also erst die Stelle wiedersuchen, an die ich mich zuletzt erinnere. Mama war da einfacher. Die hat einfach aufgehört und fuhr am nächsten Tag von ganz allein an der richtigen Stelle fort.
  2. Ich lese lieber selber statt zuzuhören. Ich stelle mir auch kein Radio an, wenn ich zu Hause bin. Brauche ich Hintergrundgedudel dann stelle ich den Fernseher an. Bedeutet auch, dass ich mir bei audible niemals ein Buch herunterladen würde, welches ich unbedingt lesen möchte. Da wird die Auswahl direkt bedeutend kleiner.

Für das neue Jahr habe ich mir aber vorgenommen, den Fernseher nur anzuschalten, wenn ich etwas bewusst sehen möchte, nicht mehr nur als Geräuschkulisse. Eine Kollegin gab mir den Tipp, Hörbücher nicht erst abends vorm Einschlafen, sondern während der Hausarbeit zu hören. Und siehe da, es klappt. Beim Putzen schlafe ich nicht ein, kann aber die Geschichte verfolgen. Hat also noch einen guten Nebeneffekt: Ich putze häufiger.

Worum geht es?
Henrik Falkner, ehemaliger Polizist, erbt ein Antiquariat und Wohngebäude in Lissabon von seinem Onkel Martin, den er kaum kannte. Er reist nach Portugal, um sein Erbe in Augenschein zu nehmen. Dort stößt er auf viele Ungereimtheiten. Wer ist der heimliche Geldgeber, der das Antiquariat über Wasser hält? Was sind das für seltsame Gegenstände im Büro des Onkels, die er offenbar angesammelt hat? Und warum sagt ihm jeder der Bekannten seines Onkels, dass er genau hinschauen solle? Nach und nach findet Henrik heraus, dass Martin unaufgeklärten Verbrechen in Lissabon nachgespürt hat. Und plötzlich ist er mittendrin und muss um sein Leben fürchten.

Worum geht es wirklich?
Eigentlich ist eine Liebeserklärung an Lissabon. Der Autor beschreibt genau, wo sich sein Protagonist gerade in der Stadt aufhält und da wir gerade erst vor wenigen Monaten dort waren, konnte ich alles vor meinem inneren Auge verfolgen. Die steilen Anstiege zum Castello, die wunderbaren Plätze mit ihren Cafés und Restaurants, die tollen Ausblicke von den zahlreichen Miradoros und der im Sonnenlicht glitzernde Tejo. Dazu noch ein spannender Kriminalfall. Eigentlich eine gute Mischung.

Ich habe aber lange gebraucht, um richtig reinzukommen. Die Erzählstimme ist zwar schön dunkel und ruhig, dadurch aber auch sehr eintönig. So schlich sich meine Aufmerksamkeit immer wieder unauffällig davon und ich musste häufig zurückspulen. Ich denke, dieses Buch hätte ich lieber gelesen als gehört. Noch bin ich vom Medium Hörbuch nicht überzeugt. Aber ich habe bislang auch nur vier.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s