Heiligabend 1937. England versinkt in einem Schneesturm. Der Zug von Euston nach Manchester bleibt auf halber Strecke in einer Schneewehe stecken. Niemand kann den Passagieren mitteilen, wie lange sie warten müssen, bis es endlich weiter geht. Weihnachten droht ins Wasser zu fallen.

Eine kleine zufällige Gruppe von vier Passagieren beschließt, sich zusammen zu Fuß durch den Sturm bis zum nächsten Bahnhof durchzukämpfen und verlässt den Zug. Sie irren durch das verschneite Land, finden kaum Orientierungspunkte, kommen vom Weg ab und wissen bald nicht mehr, aus welcher Richtung sie kamen und wohin sie müssen. Plötzlich stoßen sie auf ein hell erleuchtetes Landhaus. Das Haus ist menschenleer, doch in den Kaminen knistern die Feuer, die Betten sind frisch bezogen, der Tisch ist gedeckt und auf dem Herd brodelt das Teewasser. Es scheint als würden die Besitzer gleich wiederkommen. Die kleine Gruppe, durchgefroren, teils fiebernd, teils hinkend, verschafft sich Zutritt und wärmt sich erstmal am Feuer.

Die Geschwister David und Lydia Carrington übernehmen das Kommando. Sie gießen den Tee auf, legen den fiebernden jungen Buchhalter Mr. Thomson in eines der Betten und die junge Revuetänzerin Jessie Noyes mit dem verstauchten Knöchel in ein weiteres. Plötzlich treffen zwei weitere Passagiere und ein Unbekannter im Haus ein. Der alte Mr. Maltby und der ewig nörgelnde Mr. Hopkins sowie der seltsame Unbekannte Mr. Smith. Doch von den Besitzern fehlt weiterhin jede Spur. Notgedrungen richtet sich die kleine Gruppe auf einen längeren Aufenthalt ein, denn der Schnee liegt mittlerweile so hoch, dass Haus- und Hintertür nicht mehr passierbar sind und es schneit weiter. Niemandem ist wohl dabei, sich in einem fremden Haus, dessen Bewohner offensichtlich jederzeit wiederkommen können, so unverfroren breitzumachen. Das Haus scheint ein Geheimnis zu bergen. Was geschah mit den Besitzern? Und warum haben alle das Gefühl, dieses seltsame Bild über dem Kamin beobachtet sie? Sie versuchen, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, als plötzlich die Bewohner auftauchen und damit weitere Fragen aufwerfen.

Fazit:
Dieser Weihnachtskrimi ist erstmalig bereits im Jahr 1937 erschienen und wurde nun erst auf deutsch herausgebracht von meiner liebsten Hobbitpresse Klett-Cotta. Der Autor war zu seiner Zeit sehr bekannt in Großbritannien und wurde auch von der großartigen Dorothy L. Sayers bewundert. Durch die Verbindung bin ich erst auf das schmale Bändchen aufmerksam geworden und hab es mir in einem Anfall von Buchkaufrausch noch zwei Tage vor Weihnachten bestellt. Die perfekte Geschichte für die Feiertage und dazu noch in einer so schönen leinengebundenen Ausgabe mit historischem Cover. Der Aufbau erinnert an Agatha Christie, das Setting ebenfalls. Farjeon gelingt es allerdings auch einen Gruseleffekt einzubauen: Das Gebäude, das ein mulmiges Gefühl, eine Ahnung schrecklicher Ereignisse hervorruft. Da bedarf es eines spitzfindigen Ermittlers in Gestalt von Mr. Maltby, der den Dingen auf den Grund geht und das Geheimnis durch seine Kombinationsgabe lüftet. Im nächsten Jahr werd ich dieses Buch verschenken.

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