Oliver von Bodenstein und Pia Sander werden mitten in der Nacht im Oktober 2014 zum Waldfreundehaus gerufen. Ein Wohnwagen ist regelrecht explodiert und steht nun lichterloh in Flammen. Alles weist auf den Feuerteufel hin, der in der Umgebung gerade sein Unwesen treibt und leerstehende Gebäude in Brand setzt. Doch dieses Feuer ist anders. Im Wohnwagen wird eine Leiche gefunden. Und bevor Bodenstein und Sander mit der Besitzerin des Wohnwagens sprechen können, wird auch diese umgebracht. Ein Schock für Bodenstein, der beide Opfer sein Leben lang kannte.

Kurz vor ihrem Tod hat die Verstorbene dem Dorfpfarrer ein Vergehen gebeichtet, welches nun mehr als 40 Jahre zurückliegt. Bodenstein wird in seine Kindheit zurückversetzt. Damals, vor genau 42 Jahren, verschwand sein bester Freund Arthur, Sohn russischer Aussiedler. Die alten Schuldgefühle erwachen wieder. Welche Schuld trifft Bodenstein, zu diesem Zeitpunkt 11 Jahre alt, der an besagtem Abend seinen besten Freund nicht wie sonst üblich nach Hause begleitete? Wem ist Arthur auf dem Heimweg begegnet? Was ist mit ihm geschehen?

Doch Bodenstein und Sander stoßen auf eine  Mauer des Schweigens. Niemand will etwas über die alte Geschichte wissen, weder die Kinder noch die Erwachsenen von damals. Pia zweifelt an Bodensteins fester Überzeugung, dass die aktuellen Morde mit dem Verschwinden Arthurs im Zusammenhang stehen. Doch Bodenstein lässt nicht locker. Er ist überzeugt, dass jemand seine Mitwisser von damals beseitigt. Also nimmt er sich die alten Akten vor und arbeitet sie akribisch durch. Dabei stößt er auf Ermittlungsfehler, Vertuschungen und Desinteresse. Wird es Bodenstein gelingen, das Schweigen zu brechen und gleich beide Fälle aufzuklären?

Fazit:
Bodensteins offenbar letzter Fall führt ihn weit in seine Vergangenheit zurück und legt alte Wunden offen. Schritt für Schritt gräbt er sich immer tiefer in die Seele des Dorfes und bringt schichtweise alte Geheimnisse, verschwiegene Untaten und längst vergessen geglaubte Ereignisse zu Tage.
In bekannter Nele-Neuhaus-Manier werden bereits zu Beginn eine Vielzahl von Charaktere eingeführt, die auch noch irgendwie miteinander verwandt oder bekannt sind, was die Lektüre nicht gerade vereinfacht. Immer wieder ertappt man sich bei der Frage „Wer was das noch gleich?“ Die Tragweite einiger Aufdeckungen wird dem Leser dadurch meist erst später bewusst. Doch mit ein wenig Konzentration gelingt es, am Ball zu bleiben. Wobei es auch Erzählstränge gibt, die sich als überflüssig herausstellen und allzu gezwungen wirken. Es ist nicht erforderlich, die Aufmerksamkeit auf unwichtige Nebendarsteller durch klischeehafte Thrillerelemente zu lenken. Der Krimi ist auch so gut komponiert und hält für das große Finale noch ein paar nette Überraschungen bereit.

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