Felix lebt in einem Bauwagen auf einem brach liegenden Baugrundstück. Er ist ein Zahlengenie, sein ganzer Besitz passt in einen Rucksack, er hat die Schule kurz vor dem Abi geschmissen und weiß nicht so richtig, was er mit sich und seinem Leben anfangen soll. Jetzt hat er ein Haus geerbt. Das Haus seines Onkels Hugo in Südfrankreich. Warum hat sein Onkel ihm dies vererbt und nicht seinem Vater, der es unter allen Umständen haben will. Sein Vater, der für Felix immer nur Verachtung und wenig Liebe übrig hatte.

Eigentlich wollten Felix, Marc und Bernhard nur zusammen Fußball schauen. Doch am nächsten Tag machen sie sich spontan mit Marcs orangenem VW-Bus, der nur noch von Gaffa-Tape zusammengehalten wird, auf den Weg nach Südfrankreich. Marc, der in den Tag lebende chaotische Musiker. Bernhard, der disziplinierte, ordentliche Kraftsportler, der jeden Tag auf den Tod seiner schwerkranken Mutter wartet. Und Felix, das stille, schlaf- und ziellose Genie. Unterwegs gabeln sie Lilith auf, die hübsche Studentin. Zoe, ihre karrierebewusste Schulfreundin kommt ebenfalls dazu. Und Jeanne, die traurige Französin. Alle drei Frauen kämpfen mit ihren gebrochenen Herzen. So reisen sie mit dem klapprigen Bus bis zum Meer, ertrinken beinahe in einem See, werden von einem Dorfpolizisten beschossen und stellen sich immer wieder die Frage: Was erwarte ich vom Leben? Am Ende der Reise steht das Haus am Meer und die Erkenntnis, dass der Weg das Ziel war.

Fazit:
„Nächsten Sommer“ war 2014 ein Tipp eines ZEIT-Journalisten für den Sommerurlaub. Vor einem Jahr gab es das Buch beim Kindle-Sommerdeal. Und jetzt im Spätsommer, der noch mal alles gibt, hatte ich Lust darauf.
Ich liebe Bücher mit einem schönen Titel. Besonders, wenn dieser im Buch aufgegriffen wird. Das gibt dem Roman nochmal eine ganz andere Bedeutung, denn nur der Leser kennt die Geschichte zum Titel. Ich verrate es hier aber trotzdem. „Nächsten Sommer“ ist die Standardantwort auf Fragen, die eigentlich mit „niemals“ beantwortet werden müssten:
„Wann verlässt du endlich dieses egoistische Arschloch, Zoe?“ – „Nächsten Sommer.“
„Wann läufst du denn jetzt den Marathon, Marc?“ – „Nächsten Sommer.“

Auf ihrem Roadtrip werden die Sechs immer wieder mit der Frage konfrontiert, was sie vom Leben erwarten. Am Ende der Reise hat jeder für sich entschieden oder erkannt, dass dieser Sommer der viel zitierte „nächste Sommer“ ist. Das Ende ihrer Reise ist auch das Ende ihres bisherigen Lebens. Doch sie versprechen, sich wieder in dem Haus am Meer zu treffen – nächsten Sommer. Ein toller Roman, perfekt für den Sommer.

Auch wenn folgender Song nicht ursächlich etwas mit dem Buch zu tun hat, hat mich der Titel aber dazu inspiriert, ihn hier zu verlinken.

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