produkt-6669Das Ehepaar Kluftinger ist zusammen mit den Langhammers von der Chefin persönlich über Silvester in ein Luxushotel in den Bergen eingeladen. Das Hotel steht nach einer Luxussanierung kurz vor der Neueröffnung, was mit ausgewählten Gästen und einem Kriminalspiel ausgiebig gefeiert werden soll.

Nach dem Begrüßungstrunk beziehen die Gäste ihre großzügigen Zimmer und schlüpfen in die bereit gelegten Kostüme. Kluftinger fällt dabei die Rolle des Hercule Poirot zu, Dr. Langhammer mimt Dr. Watson, der allen als Sherlock Holmes‘ Assistent bekannt ist. Zum mörderischen Dinner werden Leckereien wie „Hirnschmalz auf Strychninbrot“ serviert, während zwei Schauspieler durch die Geschichte der Detektiv- und Kriminalromane führen. Plötzlich gehen sämtliche Lichter aus. Als es wieder hell wird, liegt das erste Opfer am Boden. Kluftinger alias Poirot ist nun gefragt und mit Watsons tatkräftiger Unterstützung ist der Fall schnell gelöst. Doch dabei fällt auf, dass ein Gast nicht zum Dinner erschienen ist. Ein Zimmermädchen wird geschickt ihn zu holen, kehrt jedoch ohne Erfolg zurück. Die Zimmertür ist verschlossen und im Zimmer reagiert niemand auf ihr Klopfen und Rufen. Kluftinger begleitet die Hotel-Chefin Julia König, eine ehemalige Olympia-Siegerin im Skifahren, zum besagten Zimmer und schlägt kurzentschlossen die Tür ein. Und wirklich: Dort liegt der gesuchte Gast leblos im Sessel, neben ihm ein leeres Tablettenröhrchen und ein verschüttetes Glas Wasser. Alles deutet auf einen Selbstmord hin.

Da es in den Bergen rund um das Hotel unablässig schneit und die Gäste nahezu von der Außenwelt abgeschnitten sind, wendet sich der Kommissar für die erste Leichenbeschau widerwillig an Dr. Langhammer. Und der findet eine winzige Einstichstelle, was unweigerlich auf einen Mord schließen lässt. Die Polizei ist gefragt. Ein Mörder ist zu finden und zu stellen, bevor es zu weiteren Opfern kommt und das ohne die Hilfe der Kollegen. Denn der Schneesturm hat das Internet und Telefonnetz gekappt und eine Abfahrt ins Tal ist aufgrund der Lawinengefahr unmöglich. So sitzen sie fest, zusammen mit einem Mörder. Die Rauhnächte machen ihrem Namen alle Ehre.

Kluftinger nimmt die Ermittlungen auf und erhält ungewollte, übereifrige aber tatkräftige Hilfe von Dr. Langhammer. Bei den Verhören stellt sich schnell heraus: jeder Gast hätte Gelegenheit und Grund gehabt, den Mord zu begehen. Die zunächst so wahllos zusammengewürfelt erscheinende Krimigesellschaft entpuppt sich als eng mit dem Opfer verbunden. Tatsächlich gelingt es Kluftinger ganz nach Poirot-Manier und ohne Hilfe des Polizeiapparats, das Rätsel um den Mord in einem von innen verschlossenen Zimmer zu lösen.

Fazit:
Ein ganz puristischer Kluftinger im Stile Agatha Christies. Hier wird der Hintergrund der Verdächtigen nicht im Internet recherchiert, es gibt keine Fingerabdruck-Datenbank, hier werden keine DNA- und Faserproben im Labor untersucht. Nein, in diesem Krimi wird der Fall nahezu allein durch nachdenken, befragen, beobachten und kombinieren gelöst. So wie Hercule Poirot es getan hätte. Und auch der Plot erinnert stark an „Mord im Orientexpress“. Ein Mord in einem von innen verschlossenen Raum, in einer abgeschlossenen Umgebung und somit mit einer stark begrenzten Zahl an Verdächtigen, von denen einer zwangsläufig der Mörder sein muss.

Sehr gelungen! Nur das Ende war wieder typisch Kluftinger: viel zu überzogen, gewollt lustig und unnötig dramatisch. 20 Seiten weniger hätten dem Buch besser getan.

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