[Cover] Musso, Guillaume; Vierundzwanzig StundenArthur Costello muss schon früh eine wichtige Lektion fürs Leben lernen: Vertraue niemandem! Und das ausgerechnet von seinem Vater. Dennoch begleitet er ihn Jahre später, als er längst erwachsen und selbstständig ist, zu einem spontanen mysteriösen Angelausflug. Wieder wird er bitter enttäuscht. Statt zum Angeln fährt sein Vater mit ihm zum alten Ferienhaus der Familie, dem 24 Winds Lighthouse, dem Leuchtturm der 24 Winde.

Dort eröffnet ihm sein schwerkranker Vater, dass Arthur keinen Dollar seines Vermögens erben wird. Ihm wird unter zwei Bedingungen nur dieses in die Jahre gekommene Ferienhaus zukommen.

  1. Das Haus und das zugehörige Grundstück darf er niemals verkaufen.
  2. Die zugemauerte Tür im Keller darf niemals geöffnet werden.

Enttäuscht nimmt Arthur sein Erbe an und bricht noch am selben Tag sein Versprechen: Er reißt die Mauer im Keller ein, betritt den kleinen dahinterliegenden Raum und verschwindet. Circa 13 Monate später wacht er halbnackt in einer Kirche mitten in New York auf. Aber exakt 24 Stunden nach seinem plötzlichen Auftauchen verschwindet er erneut. Und wieder vergeht ca. ein Jahr bis er an anderer Stelle aufwacht. Arthurs Schicksal ist besiegelt. Der Fluch des Leuchtturms hat ihn mit voller Wucht getroffen.

Was passiert da mit ihm? In den wenigen Stunden, die ihm bis zu seinem nächsten Verschwinden zur Verfügung stehen, recherchiert Arthur so viel wie möglich über die Geschichte des Leuchtturms und macht sogar seinen für tot geglaubten Großvater in einer Psychiatrie ausfindig. Dieser erzählt ihm Ungeheuerliches: Vor Jahrzehnten ereilte ihn dasselbe Schicksal nach Betreten des Kellerraums. Und in den folgenden 24 Jahren blieben ihm in jedem Lebensjahr nur je 24 Stunden. Dies steht nun auch Arthur bevor.
Doch in seinem Großvater hat er einen treuen Helfer gefunden. Jedes Jahr erwartet er seinen Enkel geduldig und versorgt ihn mit frischer Kleidung, Informationen und Geld. Nur die Antwort, was nach den 24 Jahren mit ihm geschieht, bleibt er ihm schuldig. Sein Großvater kehrte damals nicht zu seiner Familie zurück. Die Jahre verfliegen, Arthur lernt die Schauspielerin Lisa kennen und lieben. Doch die Beziehung wird stets von Arthurs plötzlichem Verschwinden überschattet. Lisas Leben geht Tag für Tag weiter, während seines nur an einem Tag im Jahr stattfindet. Es bleibt die Frage: Was geschieht nach den 24 Jahren? Welches Leben wird da auf Arthur warten?

Fazit
Ich habe dieses ebook für eine 24-Stunden-Leserunde bei Lovelybooks gewonnen. Gemeinsam haben die Gewinner am 05. Juni das Buch an nur einem Tag begonnen und beendet sowie im Forum darüber diskutiert.
Anfänglich kamen mir gut 380 Seiten in 24 Stunden schon sehr unrealistisch vor. So viel lese ich an einem Tag in der Regel nicht. Es ist auch nicht mein Ziel, ein Buch an einem Tag durchzulesen, da ich gerne längere Zeit mit liebgewonnenen Figuren verbringe. Aber: Herausforderung angenommen und geschafft!

Musso macht es dem Leser auch nicht schwer. Die Geschichte beginnt direkt spannend und hält dies auch bis zum letzten Viertel konstant durch. Das Ende des Romans ist überraschend und dreht das Ganze nochmal. Wenn ich jetzt, eine Woche später, aber nochmal Revue passieren lasse, ist die Auflösung nicht stimmig und schockierend genug. Im Grunde steht das Ende in keinem Zusammenhang zum Anfang. Das ist irritierend. Das ganze Buch über rätselt man, welches Geheimnis das Leuchtturm-Haus birgt und wird dann bitter enttäuscht. So kommt es leider nicht ansatzweise an mein Lieblingsbuch „Abbitte“ von Ian McEwan heran, welches mit einem unbedeutenden kleinen Satz am Ende den Leser völlig schockiert und in seinen Grundfesten erschüttert zurücklässt. Ich hatte damals lange an dem Ende zu knacken und messe seitdem jedes Buch daran.

Die Leserunde mit der Herausforderung und das Buch haben mir gefallen. Ich empfehle es auch weiter. Lege aber jedem Leser, der nach Geschichten mit einem tragischen ungeliebten Ende sucht, „Abbitte“ und „Zwei an einem Tag“ mit Nachdruck ans Herz. Wobei die Lektüre natürlich viel mehr Spaß macht, wenn man eben am Anfang noch nicht weiß, dass es nicht so endet wie erwartet oder gewünscht.

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