das_labyrinth_der_woerter-9783423219006Germain ist Mitte 40, ein Hüne und nicht sehr intelligent. Er lebt in einem Wohnwagen im Garten seiner Mutter, kümmert sich um sein Gemüsebeet und verbringt seine ausreichende Freizeit gerne in Francines Kneipe, im Park oder mit Annette, die er vielleicht liebt. Wissen kann er das nicht, denn sowas wie Liebe hat er noch nie erfahren.

Eines Tages lernt er im Park die rüstige alte Dame Margueritte kennen, die dort, ebenso wie er selbst, die Tauben füttert, beobachtet und zählt. Viel mehr haben sie jedoch nicht gemeinsam. Dennoch freunden sie sich langsam aber sicher an und Margueritte führt Germain durch Vorlesen in die unermessliche Welt der Literatur ein. Sie liest ihm im Park vor, schenkt ihm ein Wörterbuch, bringt ihm das Alphabet und damit auch das Lesen richtig bei.

Allmählich haben die Treffen im Park auch Auswirkung auf sein Privatleben. Germain beginnt über eine Zukunft mit Annette nachzudenken, sieht seine lieblose hartherzige Mutter langsam mit anderen Augen und überrascht seine Kneipenfreunde immer wieder mit den neu gelernten Wörtern. Da offenbart Margueritte ihm, dass sie an einer unheilbaren Augenkrankheit leidet und Germain gibt sein Bestes vom Zuhörer zum Vorleser zu werden. Ein gar nicht so einfaches Unterfangen für einen Mann, der wie ein Erstklässler liest.

Fazit:
Romantisches landet sehr sehr selten auf meiner Leseliste. Und noch seltener in meinem Regal. Romantisches gefällt mir auch nur selten, in der Regel bin ich irgendwann vom triefenden Kitsch und Schmalz genervt. Außerdem sind mir romantische Bücher oft zu vorhersehbar. Welches endet denn schon ohne das Happy End, das man zu Beginn schon erahnt? Der Weg ist nicht immer das Ziel.

Auch dieses romantische Buch wird nicht ins Regal gestellt und kommt in die Kategorie: Kurzweilig, nicht nachhaltig, Kindle-Literatur. Der Roman lässt sich schnell runterlesen. Er ist sprachlich nicht herausfordernd, erinnert an den typischen Ton französischer Komödien wie „Die fabelhafte Welt der Amélie“ und auch die Story ist flach und vorhersehbar.
Der Klappentext gefiel mir eigentlich. Eine alte Dame liest einem wenig intelligenten Hünen im Park Weltliteratur vor. Das hat was, das hat Potential. Nur wurde nichts daraus gemacht. Es bleibt bei drei Büchern, die die beiden gemeinsam lesen, von denen ich nur das erste „Die Pest“ von Albert Camus kannte. Das Vorlesen und die Freundschaft zwischen Margueritte und Germain stehen auch gar nicht im Mittelpunkt der Geschichte. Meist geht es um Germains Kindheit mit seiner lieblosen Mutter. Um der angesetzten Komplexität des Plots aber gerecht werden zu können, fehlen dem Buch ca. 200 Seiten. Das ist leider nur gewollt und nicht gekonnt.

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