Erwin Düsedieker, der vermeintliche Dorfdepp Bramschebecks, und seine Laufente Lothar erholen sich zu Hause von den aufregenden Ermittlungen zu ihrem ersten Fall, als auch schon der nächste in ihrem Garten landet. Nach einer stürmisch gewittrigen Augustnacht findet Erwin am nächsten Morgen eine Leiche kopfüber in seinem Gartenteich. Wieder wimmelt es von Polizei in seinem Haus und Erwin muss unangenehme Fragen beantworten. Befeuert vom lokalen Schmierblatt branden schnell die alten Gerüchte, Erwin habe sich an der Beute seines ersten Falls bereichert, wieder auf. Zu seinem Unglück findet Erwin im Keller eine Tüte mit Geld. Wer will ihm da etwas anhängen?

Dann gibt es einen weiteren Toten, wieder in seinem Garten, dazu einen Erpresserbrief auf dem alten Schreibtisch seines Vaters, den er seit dessen Tod nicht mehr aufgeräumt hat. Langsam aber sicher werden selbst seine einzigen Freunde Arno Wimmelböcker und Lina Fiekens misstrauisch. Nur die Ermittlungsente Lothar und dessen Partnerin Lisbeth halten zu ihm.

Erwin sucht in den alten Unterlagen seines Vaters nach Hinweisen und nach und nach kommen die alten unangenehmen Erinnerungen an diese Zeit wieder hoch. Erinnerungen an seinen Vater, der seinem Sohn den Verstand einprügeln wollte, der ihn schließlich in einer Psychiatrie verschwinden lassen wollte, als sein Vorgehen ohne Erfolg blieb. Doch wo ist der Zusammenhang zu den aktuellen Ereignissen. Was hat der Tierarzt damit zu tun, der zu jener Zeit ständiger Gast auf der alten Wache war? Der Fall ist so verzwickt, die Erinnerungen so tief vergraben, dass selbst ein Schaumbad in der goldenen Wanne inmitten seiner Bücher nicht mehr hilft. Doch dann werden Lothar und Lisbeth beschlagnahmt und sollen getötet werden: Verdacht auf Infektion mit einer gefährlichen Art der Vogelgrippe.

Jetzt gibt es kein Halten mehr; Erwin muss die alte Polizeimütze wieder aufsetzen, seine Gummistiefel anziehen und sich auf die Suche nach dem Täter und seinen geliebten Enten machen. Begleitet wird er von Lina Fiekens, der guten Seele des Dorfladens, der er sein Herz ausgeschüttet hat. Und was sie da aufdecken können sie selbst kaum fassen…

Fazit
Die Krimis um Erwin Düsedieker und seine Laufente Lothar sind bestimmt keine große Kriminalkunst und noch weniger hohe Literatur. Doch sie sprühen vor Witz und Fantasie, was sie lesenwert machen. Allein die Namen der Dorfbewohner sind herrlich: Arno Wimmelböcker, Enno Gösemeier, Jasper Thiesbrummel, Gustav Poggenpohl, Klaus-Dieter Husemann, Wilfried Lappenbusch, Hilde Gerkensmeier…
Das schreit doch förmlich nach Bauernhof, Schweinestall, Gummistiefel, Dorfklatsch, Wortkargheit, Dialekt. Und so ist es auch. Bramschebeck ist ein kleines fiktives Dorf in Ostwestfalen, von Landwirtschaft geprägt, mit wenigen aber skurrilen Bewohnern, die dem neumodischen Kram wie Handy, Internet, Golf etc. skeptisch gegenüberstehen. Hier läuft man noch zum Nachbarn, um sich über den neuesten Klatsch auzutauschen. Und der ist durchaus lesenwert. Das perfekte Buch für den Strand, die Bahn, den Flieger. Teil 3 wartet auch schon.

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