Tor ist tot. Er hat sich im Kreise seiner Schweine mit Tabletten das Leben genommen; verzweifelt über seine erwachsene Tochter Torunn, die nicht spontan der Übernahme des Betriebs zugestimmt hat. Torunn, die ihren Vater erst wenige Monate vorher kennengelernt hat, findet ihn morgens im Schweinekoben, angenagt von seinen Lieblingsschweinen. Plötzlich trägt sie die gesamte Verantwortung für die Tiere, den Hof und den Großvater, der alt und gebrechlich in seinem Fernsehsessel sitzt, Radio hört und nur selten zur Körperpflege animiert werden kann. Zusammen mit dem Betriebshelfer Kai Roger führt sie den Betrieb weiter, funktioniert, kümmert sich, kocht, putzt, wäscht, trifft aber keine Entscheidung wie es weitergehen soll.

Ihr Onkel Margido, ein Bestattungsunternehmer, verlegt sein Sarglager auf den Neshov, um ihr finanziell unter die Arme zu greifen. Torunn nimmt es emotionslos hin und zieht sich immer mehr zurück.
Ihr reicher schwuler Onkel Erlend hat sich in den Kopf gesetzt, ein Feriendomizil auf dem Hof zu errichten, für sich und seine Familie. Die besteht aus seinem Partner Krumme und dem lesbischen Paar Jytte und Lizzie, die von den beiden schwanger sind. Dass dies nur möglich ist, wenn Torunn den Hof weiter betreibt und ihre Wohnung und Tierarztpraxis in Oslo aufgibt, nimmt er wie selbstverständlich als gegeben hin. Niemand scheint ernsthaft an Torunns Wünschen interessiert zu sein.

Plötzlich ist sie verschwunden und auch nicht mehr erreichbar. Erlend erhält eine letzte SMS: „Kümmert euch gut um meinen Großvater.“ Was wird jetzt aus den Tieren, dem Neshov, dem Großvater, Erlends Plänen? Wird Torunn sich beruhigen und zurückkehren?

Fazit
Der letzte Band der Neshov-Trilogie bildet das fulminante Finale. Aus einer einst zerrissenen Familie ist nach dem Tod der alles beherrschenden Mutter wieder eine Gemeinschaft geworden. Erlend und Margido, die beide dem Hof schon vor vielen Jahren den Rücken gekehrt haben, kehren langsam aber sicher nach Hause zurück. Doch das ganze glückliche Gebilde hängt an nur einer Person: Torunn.
Leider ist mir Torunn mit ihrer stummen Depression das ganze Buch über ziemlich auf die Nerven gegangen. Einerseits ist es verständlich, dass sie die neue Situation überfordert. Andererseits ist ihre Konsequenz, die sie daraus zieht, schwer erträglich. Auch Erlend war mit seinem hysterischen alles übertönendem lauten Egoismus alles andere als sympathisch. Mit Geld kann man eben nicht alles und jeden kaufen. Ich habe mir ein glücklicheres Ende der Trilogie gewünscht.

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