der_chineseIn einem kleinen Dorf in Schweden werden neunzehn Menschen, nahezu alle Bewohner, auf brutalste Weise ermordet. Die kleine Polizeieinheit ist völlig überfordert. Fieberhaft suchen sie nach einem Täter und besonders nach seinem Motiv. Was haben achtzehn alte Menschen und ein kleiner Junge getan, um diesen Tod zu verdienen?

Birgitta Roslin, Richterin in Helsingborg, erfährt zufällig aus den Medien von der grausamen Tat. Sie stellt fest, dass sich die Adoptiveltern ihrer Mutter unter den Opfern befinden. Dies nimmt sie als Anlass, eine Auszeit von ihrer leidenschaftslosen Ehe und ihrem anstrengenden Beruf zu nehmen und reist nach Hesjövallen. Ursprünglich wollte sie nur das Haus und die Umgebung sehen, in der ihre Mutter aufgewachsen ist, doch als sie merkt, dass die Ermittlungen der Polizei in eine völlig falsche Richtung gehen, beginnt sie ihre eigene Suche. Diese führt sie bis nach China und weit zurück in die Vergangenheit. Doch ihre Suche bringt sie in eine ungeahnte Gefahr; Lebensgefahr!

Fazit
Dieser hervorragende Krimi mit dem simplen Titel „Der Chinese“, wird auf zwei Zeitebenen erzählt. In der heutigen Zeit geht es um die Morde in Hesjövallen und die Richterin Birgitta Roslin, die ihre eigenen, ganz persönlich motivierten Ermittlungen führt.
Die zweite Zeitebene spielt im 19. Jahrhundert in China und den USA und erzählt die Geschichte von San und seinen zwei Brüdern, die ihrem elenden Bauernleben in China entfliehen wollen und letztendlich als Sklaven in den USA landen, um für die Eisenbahngesellschaft unter menschenunwürdigen Bedingungen zu schuften.
Raffiniert setzt Mankell Seite für Seite das Puzzle, das aus unzusammenhängenden Teilen zu bestehen scheint, zusammen. Wobei der Krimi einige Längen aufweist: Der Abschnitt mit der chinesischen Wirtschaftsdelegation im afrikanischen Busch ist für den Verlauf der Geschichte unnötig. Mankell, der Wahl-Afrikaner und große Kritiker der Kolonialpolitik westlicher Mächte, hat diesen Teil offenbar eingebaut, um seine eigene politische Position festzuhalten.
Trotz der politisch motivierten Abschweifungen nimmt der Krimi am Ende noch einmal richtig Fahrt auf und endet abrupt und unvermittelt und ohne wirkliche Auflösung. Das schadet dem Buch jedoch nicht.

Advertisements

Ein Kommentar zu „Henning Mankell – Der Chinese

  1. Habe das Buch vor längerer Zeit gelesen und war wirklich begeistert. Vor allem weil Mankell die Puzzlestückchen nach und nach erst zusammen setzt und man so immer neue Wendungen erfährt.

    Bin auf deinen nächsten Eintrag gespannt!

    VG
    lintobos

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s