Schatten des WindesAn einem dunstigen Sommermorgen im Jahr 1945 wird der neunjährige Daniel Sempere von seinem Vater, einem Buchhändler, auf den „Friedhof der vergessenen Bücher“ in seiner Heimatstadt Barcelona gebracht. Dort werden Bücher aufbewahrt, um sie vor dem Vergessen zu bewahren. Daniel darf sich ein Buch aussuchen und muss in Zukunft dafür sorgen, dass dieses nicht in Vergessenheit gerät. Zufällig entscheidet er sich für „Der Schatten des Windes“ von Julian Carax. Voller Spannung liest er den gewählten Roman direkt am selben Tag. Und die Geschichte nimmt ihn gefangen. Daniel hat mit der Lektüre des Buches Feuer gefangen und sucht überall nach weiteren Romanen des Autors. Seltsamerweise kennt kein Buchhändler Barcelonas diesen Erzähler. Nur einer versucht mit allen Mitteln, ihm sein Exemplar abzukaufen. Doch Daniel weigert sich. Er will mehr über diesen geheimnisvollen Autor herausfinden und erfährt, dass dieser in Barcelona geboren wurde und kurz nach der Schulzeit nach Paris auswanderte. Dort schrieb er weitere Romane, die sich jedoch schlecht verkauften und von denen kein Exemplar mehr existiert. Doch Daniel gibt nicht auf. Immer weiter dringt er in die Geschichte des Autors ein. Dabei bekommt er plötzlich Besuch von einem dunklen Unbekannten, der mit aller Gewalt in den Besitz des Buches gelangen will. Es handelt sich um die Gestalt, die überall auf der Welt Exemplare der Romane von Julian Carax aufstöbert, um sie anschließend zu verbrennen. Wer ist dieser Unbekannte? Warum möchte er unbedingt jede Spur Carax‘ auslöschen?

Auch der gefürchtete Inspektor Fumero droht Daniel, die Geschichte nicht weiter zu verfolgen. Doch dieser lässt sich nicht einschüchtern. Zusammen mit seinem Freund und Angestellten seines Vaters, Fermín Romero de Torres, erfährt er über die Jahre immer mehr über den geheimnisvollen Carax und deckt so Schicht für Schicht das Geheimnis auf.

Fazit

Vor ziemlich genau zehn Jahren war dieses Buch in aller Munde, weshalb ich es mir ebenfalls kaufte. Gespannt begann ich zu lesen und legte es nach zehn Seiten enttäuscht wieder weg. Diese ersten Seiten konnten mich nicht fessel,n doch genau das hatte ich erwartet.

Zehn  Jahre später informierte ich mich für eine anstehende Reise über Barcelona und stieß dabei immer wieder auf dieses Buch als großen Barcelona-Roman. Also nahm ich es erneut zur Hand und siehe da, nach zwanzig Seiten hatte es mich gefangen. Ich habe damals einfach zu früh aufgegeben. Im Grunde sollte ich ja durch mein Lieblingsbuch „Abbitte“ von Ian McEwan wissen, dass sich gute Erzählungen nicht auf den ersten Seiten offenbaren.

„Der Schatten des Windes“ führt den Leser in ein Barcelona voller Schatten und Geheimnisse. Es erzählt von der Zeit des Bürgerkriegs, dem dunklen, brutalen Zeitalter der Franco-Diktatur und fokussiert dabei den Blick auf die Menschen, die trotz der widrigen Umstände ihr Leben weiter bestreiten und sich dabei gegenseitig unterstützen. Ein wunderbarer Schmöker, der mir noch mehr Lust auf Barcelona gemacht hat. Vielleicht finde ich ja das „Nebelhaus“…

Auf jeden Fall werde ich die weiteren Bände der Tetralogie lesen, von der bisher noch „Das Spiel des Engels“ und „Der Gefangene des Himmels“ erschienen sind.

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Ein Kommentar zu „Carlos Ruiz Zafón – Der Schatten des Windes

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