Die nachhaltige Pflege von Holzböden

Oscar, ein erfolgreicher Komponist, ist gerade im Begriff, sich von seiner Frau, einer amerikanischen Kunsthändlerin, scheiden zu lassen. Dafür muss er in die USA reisen. Für die Zeit seiner Abwesenheit, bittet er einen alten Freund aus Studienzeiten, sich derweil um seine durchgestylte, exquisit eingerichtete Wohnung mit dem teuren Echtholzboden sowie die beiden Katzen zu kümmern. Der Freund, dessen Name nicht erwähnt wird, macht sich aus London auf zu Oscars Wohnung, die sich vermutlich in einem osteuropäischen Land befindet, was ebenfalls nicht näher erläutert wird.

Der Freund, ein Schriftsteller, der sich mit Gelegenheitsjobs mehr schlecht als recht über Wasser hält und seine vergammelte Wohnung nicht mehr sehen kann, nimmt sich für die Zeit seiner Abwesenheit vor, endlich richtig mit dem Schreiben anzufangen. Voller Zuversicht mach er sich auf den Weg, mit einem Koffer voller Bücher und zahlreichen Plänen für die Zukunft. In der akkuraten, hellen, cleanen Wohnung, fühlt er sich jedoch nicht unbedingt wohl. Sie wirkt ungastlich, ungemütlich, jeder Schritt muss sorgfältig überlegt sein, um kein Chaos in die klinische  Ordnung zu bringen.

Zu allem Überfluss findet der Freund an allen noch so unwahrscheinlichen Stellen kleine handgeschriebene Zettelchen von Oscar, die ihn immer wieder darauf hinweisen, wie er sich in der Wohnung zu verhalten hat. Auf gar keinen Fall und unter keinen Umständen, darf dem teuren Echtholzboden etwas passieren. Selbstverständlich ist das aber ein Fall für das klassische Murphy’s Law: „Whatever can go wrong will go wrong.“ Es passiert, was nicht passieren darf, nach einer durchzechten Nacht landet Wein auf dem Boden. Doch dies ist nur der Beginn einer ganzen Reihe von Katastrophen, bei denen eine hysterische Putzfrau, zwei übermütige Katzen, weitere Weinflaschen und immer wieder diese kleinen Botschaften, die vermuten lassen, dass Oscar von seinem Freund nichts anderes erwartet hat, eine gewichtige Rolle spielen. Am Ende liegt die schöne Wohnung nahezu in Trümmern da und dem Freund bleibt eigentlich nur noch die Flucht aus der Wohnung, dem Land, der Freundschaft.

Fazit

Ich habe dieses Buch von Lovelybooks für meine erste Leserunde bekommen und prompt versagt. Den Titel fand ich vielversprechend, der Klappentext hat mich neugierig gemacht, die Umsetzung aber maßlos enttäuscht. Das ganze Buch hat mich an einen schlechten Sketch erinnert. Die Katastrophen waren vorhersehbar, überspitzt, peinlich und haben in mir immer nur Fremdschämen hervorgerufen, statt Amüsement. Unter schwarzem britischen Humor verstehe ich etwas ganz anderes. Nach zwei Jahren habe ich es endlich beendet und nun kann ich das Buch endgültig aus meinem Regal entfernen.

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