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„Gastarbeiter, das bedeutet, dass sie hier nur zu Gast sind und hauptsächlich arbeiten.“

Jan Weiler möchte eine Halbitalienerin heiraten und lernt in diesem Zuge das erste Mal die Familie seiner zukünftigen Frau kennen. Besonders den kauzigen aber liebevollen Schwiegervater Antonio Marcipane schließt er schnell in sein Herz und umgekehrt ist dies ebenso der Fall. Es folgen gemeinsame Urlaube in Antonios italienischem Heimatdorf Campobasso, Hochzeitsfeiern, Weihnachtsfeiern und Autokäufe.

Antonio erzählt Jan Weiler seine Lebensgeschichte. Der deutsche Schwiegersohn erfährt, wie Antonio Marcipanes Vater aus Sizilien in das kleine Dorf kam, wie dieser auf Ablehnung stieß, dennoch hart für seine Familie arbeitete, von Antonios Sehnsucht nach einem besseren Leben in New York, seiner Flucht vor dem Militärdienst nach Deutschland, seinem Leben als Gastarbeiter in Deutschland, von seiner Heirat einer deutschen Frau, erneut Ablehnung und Anfeindungen. Und dennoch liebt Antonio auf seine ganz eigene Weise seine neue Heimat, vielleicht auch, weil er seine alte mittlerweile nicht mehr versteht.

Antonio, selbst für Italiener manchmal unverständlich kauzig.

Mein Fazit:

Das Buch ist eine lustige Anekdotensammlung zum Thema „italienische Großfamilien“. Der Schwiegervater spricht auch nach vierzig Jahren in Deutschland immer noch mit einem stark italienischen Akzent, liebt die deutsche Ingenieurskunst und schimpft mal auf die Italiener, mal auf die Deutschen. Die Familie in Italien ist stolz auf den deutschen Schwiegersohn, wohnt zum Großteil im selben Dorf, ist mit einem Teil der Familie verfeindet, interessiert sich nicht für Politik und wundert sich nicht über korrupte Beamte.

Das Buch ist witzig und unterhaltsam geschrieben, wimmelt allerdings vor Stereotypen. Die Italiener werden genau so dargestellt, wie man Italiener so darstellt. Jan Weiler liefert keine neue Perspektive, seine Figuren lassen Tiefe vermissen. Das Buch hätte die Chance gehabt, den Deutschen ihren schlechten Umgang mit den italienischen Gastarbeitern auf ironische Weise unter die Nase zu reiben. Doch diese Gelegenheit hat der Autor leider verpasst. So bleibt es ein kurzweiliges Vergnügen.

Was für mich bleibt, ist der Ausdruck „Iste eine dumme Salat“ von Antonio Marcipane. Der wurde direkt in mein Schimpfwortrepertoire kopiert.

Das erste Buch meines SauB ist beendet.

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