Den vorherigen Abend habe ich genutzt, meinen Plan für den Sonntag auf der Buchmesse zu überarbeiten. Nach einer erholsamen Nacht im wirklich schönen NH Hotel ging es um 10 Uhr auf die Messe. Da auch nach einem Update der App nicht herauszufinden war, wo das Buchmessen-Quartett Thea Dorn, Ijoma Mangold, Denis Scheck und Felicitas von Lovenberg im Rahmen der Sendung „lesenswert“ vom WDR stattfindet, haben wir kurzerhand „Martensteins Morgenmesse“ als erstes Ziel des Tages auserkoren. Diese fand selbstverständlich am Stand der ZEIT statt. Harald Martenstein, Kolumnist des ZEIT Magazins, las aus seinem aktuellen Buch „Die neuen Leiden des alten M.“ einige Kapitel. Ich bin ein großer Fan seines unaufgeregten, zynischen Schreibstils. Und wenn er seine Kolumnen auch noch selber vorträgt sind sie noch besser.

20141012_104044
Martensteins Morgenmesse

Im Anschluss genehmigten wir uns ein kleines Frühstück. Das war sogar ganz lecker. Und dazu habe ich endlich die ARD-Tasche mit Denis Scheck darauf abgegriffen, auf die ich schon seit dem Vortag eine Auge geworfen habe.  Bis zur nächsten interessanten Veranstaltung war etwas Zeit, die wir mit dem Durchstöbern der Halle 3.0 mit den Kinderbuchverlagen wie Coppenrath, Spiegelburg, Oetinger, Ravensburger, Tessloff usw. und den Verlagen deutscher Belletristik wie dtv, Reclam, Diogenes, Ullstein etc. verbracht und meine ersten Bücher gekauft. Zunächst einmal ein Märchenbuch für meinen Neffen. Bei dtv habe ich mich für den Thriller „Erwartung“ von Jussi Adler-Olsen und den Roman „Das Phantom des Alexander Wolf“ von Gaito Gasdanow entschieden.

Um 14 Uhr gab Denis Scheck auf der ARD-Bühne Tipps zum Erkennen guter Literatur. Selbstverständlich könne man sich an den Bestsellerlisten orientieren, aber darauf ist nicht nur erstklassige Literatur. Eine bessere Orientierungshilfe geben da die verschiedenen Literaturpreise. Auch die Jubiläumsjahre, in diesem Jahr zum Beispiel 450 Jahre Shakespeare, weisen auf guten Lesestoff hin.

Schecks Buchtipps:

  • Patrick Modiano – Literatur-Nobelpreisträger
  • Lutz Seiler – Kruso – Deutscher Buchpreis 2014
  • Jürgen Becker – Georg-Büchner-Preisträger
  • Martin Walser – Tagebücher
  • Arno Schmidt
  • Frank Günther – Unser Shakespeare
  • Thomas Hettche – Pfaueninsel – Shortlist Deutscher Buchpreis 2014
  • Dave Eggers – Der Circle
  • Mavil – Kinderland – Graphic Novel
  • Jürgen Dollase – Himmel und Erde
  • Heinrich Steinfest – Der Allesforscher – Shortlist Deutscher Buchpreis 2014

Das hat mich im Anschluss zum Kauf weiterer Bücher bewogen. Auf zum Fischer-Stand und „Arno Schmidt – Das große Lesebuch“ eingepackt. Weiter zu Rowohlt, „Bonita Avenue“ von Peter Buwalda steht schon so lange auf meiner Leseliste. Noch einen weiteren Abstecher zu meinen beiden Lieblingsverlagen Reclam und Diogenes. Ich mag das einheitliche Design der herausgegebenen Bücher. Doch den ersten Band von „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ von Marcel Proust, den Reclam in neuer Übersetzung gerade nach und nach herausbringt, habe ich nochmal liegen lassen. Bei Diogenes hatten sie keine Bücher mehr von Ian McEwan, die ich noch nicht hatte. Daher ist es „Das Wochenende“ von Bernhard Schlink geworden. Natürlich hätte ich noch viel mehr Bücher kaufen wollen, aber man muss bedenken, dass diese auch nach Hause getragen werden müssen. Also war nun Schluss.

Ein finnisches Buch ist es dann auch nicht mehr geworden. Aber der Pavillon war wirklich schön aufgebaut, ich hätte ihn jedoch an prominenterer Stelle platziert.

Ein letzter Abstecher zum Paschen-Stand zum Termin mit der „Anderen Bibliothek“ verlief leider auch nicht so wie ich es mir erhoff hatte. Mein großer Traum: Eine Paschen-Bibliothek mit der vollständigen „Anderen Bibliothek“. Letzteres wird wohl ein  Traum bleiben, da die ersten Bände kaum oder nur zu horrenden Preisen zu bekommen sind. Und wenn ich schonmal träume, stell ich auch noch eine alte vollständige Ausgabe der Encyclopædia Britannica dazu.

Fazit meines ersten Besuchs auf der Buchmesse:

Es war zwar alles viel größer und besuchter als ich es mir vorgestellt habe, aber es war ein super Wochenende. Bei meinem nächsten Besuch:

  • reise ich einen Tag eher an
  • organisiere ich die Veranstaltungen noch besser
  • werde ich mich mit Nike Frees ausstatten
  • erhöhe ich mein Bücher-Budget deutlich
  • nehme ich einen zweiten Koffer für die Bücher mit
  • ergattere ich hoffentlich eine Presse-Akkreditierung

Ich werde wiederkommen!

Eindrücke des Tages:

20141011_165227
Der Stand von Kein & Aber.
20141012_132317
Am Paschen-Stand.
20141012_123604
Auch Finnland ist im Häkelfieber.
20141012_095048
Langsam taucht die Skyline aus dem Nebel des Grauen wieder auf.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s