Seit ungefähr 20 Jahren sage ich jedes Jahr, wenn der Auftakt der Buchmesse durch die Presse geistert: „Buchmesse! Nächstes Jahr bin ich auch dabei.“ Und dieses Jahr war es endlich so weit. Zum Geburtstag hat mir mein Freund ein Wochenende auf der Messe geschenkt. Monate vorher haben wir Anreise, Unterkunft und Veranstaltungstermine geplant. Und trotzdem war ich bei unserer Ankunft von der Größe und der Menschenmenge in den Hallen überwältigt.

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Blick in den Innenhof.

Der zuvor erarbeitete streng getaktete Plan war nicht einzuhalten. Doch die erste Veranstaltung musste ich einfach finden und mitnehmen: Denis Scheck (mein großes Kritiker-Idol) im Gespräch mit Martin Walser auf der ARD-Bühne. Der hat gerade den vierten Band seiner Tagebücher herausgebracht. Wenn große Autoren über vergangene Zeiten sprechen, bin ich immer wieder ganz erstaunt, wie gut man sich untereinander kennt. Ich habe diese sehr romantische Vorstellung eines Autors, der allein an seinem Schreibtisch sitzt und stundenlang an den besten Sätzen feilt und dabei selten unter Menschen kommt. Dass sie mit Verlegern, Lektoren, Kollegen, Politikern usw. essen gehen, kommunizieren und streiten passt nicht in mein Bild und finde ich daher umso spannender.
Martin Walser hat zum Beispiel die Lektüre von Uwe Johnsons „Jahrestage“ sowie den vergessenen Autor „Scholem Jankew Abramowitsch“ empfohlen.

Nach dem Gespräch habe ich das Leser- und Bloggertreffen bei Lovelybooks besucht. Das gefiel mir jedoch nicht sehr gut. Es waren viele gekommen, doch mir einfach nur meinen Namen auf den Pulli zu kleben und mich unter das Bloggervolk zu mischen war nicht so meins. Dafür tausche ich mich auf der Plattform zu wenig aus. Daher stromerte ich eher plan-und ziellos weiter zum Paschen-Stand des Deutschen Buchpreises. Eine Bibliothek von Paschen ist mein großer Traum für meine Buchsammlung. Leider wurde an diesem Stand eher wenig für diese tollen Regale geworben. Zumindest einen Katalog konnte ich abgreifen.

Bei einem sehr mauen Mittagessen haben wir uns dann erstmal gesammelt und das weitere Vorgehen geplant. Die Wahl fiel auf die Halle 4.0, in der Dienstleistungen für Verlage und Buchhandel sowie Papeterie und Geschenke ausgestellt wurden. Dort ging es hauptsächlich um Selfpublishing und alles rund um das Buch. Habe mir darüber nie Gedanken gemacht, dass zur Herausgabe eines Buches ja nicht nur das Schreiben, sondern auch die Suche nach einem Verlag, einem Lektor, einem Covergestalter, sowie die Auswahl des richtigen Papiers gehört. Für einen Leser eher dröge, spannender war da die Papeterie und Geschenke Abteilung. Und dort habe ich auch gleich zugeschlagen und mir endlich eine Schutzhülle für meinen Kindle von leseschutz.de gekauft. Der Buchverkauf ist auf der Buchmesse nämlich ausschließlich am letzten Tag erlaubt.

Um 17 Uhr haben wir uns das Gespräch mit dem Autor Ernst Peter Fischer über sein Buch „Die Verzauberung der Welt“ am Stand der Frankfurter Allgemeinen Zeitung angehört. Er ist der Meinung, dass man die Naturwissenschaften nur mit dem Herzen wirklich verstehen kann. Klingt doch sehr nach dem kleinen Prinzen. Im nächsten Jahr wird die Relativitätstheorie übrigens 100 Jahre alt und man wird wohl das ganze Jahr mit ihr belästigt werden. Bin gespannt, ob ich sie dann endlich verstehe.

Zum Abschluss haben wir Tim Mälzer beim Kochen zugeschaut. Er hat ein Kochbuch namens „Heimat“ herausgebracht, in dem Rezepte für Hühnerfrikassee und Frikadellen beschrieben werden. Das Rezept, welches in seinem neuen Restaurant sehr gut läuft ist „Kartoffelbrei mit Soße“. Ich kann das sehr gut verstehen. Da der Stand so brechend voll war, dass selbst die Security langsam nervös wurde, sind wir weiter durch die Halle 3.1 gestreift, wo große Verlage wie „Fischer“, „Rowohlt“, „Droemer Knaur“ usw. ihr aktuelles Repertoire ausstellten. Der „Fischer“-Stand, vollständig in dunklem Holz ausgekleidet, war sehr beeindruckend. Da Tim Mälzer die Menge auf sich zog, konnte ich schon mal in Ruhe die Bücher auswählen, die ich mir am Sonntag kaufen wollte.

Fazit des ersten Tages auf der Buchmesse

Riesig, überwältigend, beeindruckend, eindrucksvoll, informativ. Am Folgetag mehr Struktur erforderlich.

Eindrücke des Tages

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Ausblick aus dem Hotelzimmer des NH Hotels Frankfurt Messe auf die Bankentower Frankfurts.
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Signierstunde von Roger Willemsen am Fischer-Stand.
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